Die Musik von Death Cab for Cutie passt auch in diese neue Zeit gut, in der die Bekloppten nach der Macht greifen. Ich erinnere mich an das Konzert der Band in der Großen Freiheit, das einzige, das ich sah, in dem auf der Bühne eine Gitarre zertrümmert wurde. Seine Freundin bestand darauf, dass mein Freund zu ihr nach hinten kam, wo es weniger laut und ungefährlich war. Wenig später gingen sie.
Death Cab for Cutie – Plans
Death Cab for Cutie – You can play these songs with cords
Das Knacken, Knistern und Knispeln der Platane vor meinem Fenster in diesem lichten, hellblauen Februar – auch eine Sprache, die kein Mensch versteht. Wovon redet der Baum? Vom Frühling, nehme ich an. Bäume sind Pragmatiker.
Death Cab for Cutie – The Photo album
Ohne eigenes Zutun besitze ich inzwischen 13.426 Bergbau-Bitcoins. Und jetzt?
Mit Halskrause und bandagiertem Bein humpelt ein Chow-Chow durch den Schnee. Ich weiß nicht, warum mich der Anblick so rührt. Der Hund, und ich hier. Oder bin ich er, oder bin ich der Schnee? (13.2., Hoheluft)
Das Ministerium für Zauberei.
Im Namen der Esel: danke!
Nur ihr Team, sagten sich die Fans, trainiert ein junger Zauberer.
Die Nazarener
Sie haben die schönsten Pferde gemalt,
die Nazarener! Wer erinnert sich an sie?
Jedes Mal, wenn ich im Städel bin, dann
gehe ich wie verstört von ihrem Zauber
am Main zurück und über den grauen Fluss
in irgendein Hotel. Ihr Blick verfolgt mich,
bilde ich mir ein, schon frage ich mich,
warum? Sie scheinen etwas zu erleben,
das mit den Menschen vor sich geht, etwa
Begegnungen? Als wüssten sie das nicht
einzuschätzen. An ihre Pferde denke ich
immer im Frankfurter Hautbahnhofsviertel.
(…)
darauf sind Pferde zu sehen, die es nie gab,
aber die es gibt, sie haben sie ja gemalt.
(…)
Überall blicken die Menschen sich um
auf ihren Bildern, blicken ins Land
oder über einen Platz vor 200 Jahren,
als hätte da irgendwer etwas geschrien
oder als weinte da irgendwo ein Mädchen.
Ein Mönch mit Tonsur, ein Pferdeknecht
oder Hoffräulein verdreht den Kopf und
lauscht. Auf jedem Bild ist alles wach.
„Eine Krähe sucht die Nähe einer Krähe“, heißt es in Nadja Küchenmeisters neuem Gedichtband „Der Große Wagen“, und der Vers erinnert mich sogleich an den Krähenmann. Er taucht auf im Park und wirft zwei Handvoll Brotfetzen ins Gras, woraufhin sechs, sieben Krähen herbeisegeln und jede sich einen Klumpen fischt und flieht – jede in eine möglichst andere, eigene Richtung. (Hoheluft, 28.2.)
Chronik einer Zerrüttung.
Die Ordner auf meiner Bildschirmoberfläche, würde ich sie sternbildartig anordnen – wer bemerkt es? Muss es jemandem auffallen, du Kepler?
Mails mit Texas, Mähren und Münster im Stundentakt. Meine Diabetologin erzählt, dass unweit der Schule ihrer Kinder ein Kind überfahren wurde. Ich lese Storm und Meckel. (Hoheluft, 4.3.)