Die Fahrräder

Im Grunde bist du von Kopf bis Fuß, vom Scheitel bis zur Sohle, bist du ganzkörpertätowiert.

„Eine Excel-Tabelle ist nicht das Leben“, sagt der Unternehmensberater und lehnt sich damit sehr weit aus dem Fenster.

Sommer: Die Fahrräder liegen im Gras und funkeln mit dem Grün um die Wette (Lankau, 19. Juni).

Bei 35 Grad Hitze und Windstille regnet es. Die Tropfen tauchen lautlos in den silbernen See, und das Gewitter am Abend tastet sich um die Wärme herum, ohne sie sprengen zu können mit seinem weißen Flackerlicht. Die trickreichsten Gewitter sind die Juniunwetter.

Hiersein, Fernsein

In der Abendbrise klingt vom Nachbargarten immer wieder unvermutet ein Glockenspiel, ein Windspiel herüber, sodass ich an die sommerlichen Kuhglocken der Kindheit erinnert bin. Und der Freund, auch er aus Bayern, zitiert, zitternd leicht seine Stimme, einen eigenen Vers: „Hiersein, Fernsein, geschüttelt vom Hals.“ Wenn das Hier und die Ferne abgeschüttelt sind – so wie (sowie) die Kuh den Kopf schüttelt –, frage ich, was bleibt? Der Klang! (Sasel, 15. Juni)

„Fast totgeküßt“, schreibt Storm, habe der wilde Heinz Kirch die kleine Wieb.

Die alten Fahrzeuge – Autos, U-Bahnen, Lokomotiven, Motorräder –, Sinnbilder nicht nur dessen, „wie wir uns einmal bewegten“, sondern auch Inbilder dessen, dass nichts sich je bewegt. Alles bleibt, wie es ist. Nichts wird alt, es bleibt alles jung.

Für eine Viertelstunde an diesem 15. Juni war wieder November.

Versuch, einander zu fangen

Das Ulmenbüro!

ZUM ERSTEN MAL IN IHRER STADT steht auf einem Zirkusplakat am Straßenrand, und mir fallen die Städte, Kleinstädte ein, in die ich als Jugendlicher fuhr, um dort zum ersten Mal ein Mädchen zu besuchen: wie schön mir alles schien. Wie fremd! Wie sie.

Zwei Grasmücken versuchen einander zu fangen im strömenden Regen über dem Gartengrün – hin und her ein stummes, feines Schwirren, hin und her und zurück. Es will mir nichts sagen und sagt mir die Stunde (13. Juni 2013).

Ebenbürtige Schatten

Storm. Vergiss die Vorurteile, die Literaturbeurteilerei. Die gespenstischen, vorüberpreschenden Abgründe des „Schimmelreiter“ (sein „Billy Budd“) sind schon angelegt in „Immensee“. Verknappung wird Konturenschärfe, plastisches Licht. Und die Schatten ebenbürtig (8.6.).

Menschen, die es gar nicht gibt, die gibt’s.

Als eine schwarze Familie vorbeigeht, fragt das Kind: „Kann es sein, dass hier viele Amerikaner unterwegs sind?“

Unermesslicher Reichtum: ein Schulfest.

„Jeder sollte sein Gefühl immer als Ausdruck auf dem Gesicht tragen“, lacht das Kind (Wilhelmsburg, 9. Juni).

Der Träumer – einer, der treu bleibt.

Greif nicht gleich zu!

Im Traklpark. Der Inn ist weggezäunt, das Grün kinderspielgesichert. Und einen neuen Trinkbrunnen gibt es, funktioniert aber (noch) nicht. Ich trinke Gottes Schweigen. Mein Schreiben, weiß ich hier, ist nie bloß dem Leben, den Tagen und Erinnerungen gefolgt, immer war es auch andersherum. RISE hat jemand auf den verwitterten Stromkasten gesprüht. Und vorhin, in der Nachmittagssonne, war es schön, zum ersten Mal in 28 Jahren jemanden auf den Bänken sitzen zu sehen: zwei Engel, einen jungen schwarzen und einen alten weißen.

Ja, die Dichtung ist ein Sonderangebot, allerdings. Allerdings unverkäuflich, nicht käuflich. Ein besonderes Angebot, wie ein in der Sonne blinkender Johannisbeerstrauch eher zum Ertasten und Bestaunen da, auch zum Pflücken und Schmecken dann. Greif nicht gleich zu! Sieh lieber erst hin.

Am frühen Morgen das Fenster öffnen, nicht um frische Luft, sondern die Geräusche des neuen Tags hereinzulassen.

Uferbäume

Die unterspülten Jahrmarktzelte auf dem verlassenen Vorplatz; das überschwemmte Parkhaus am Würzburger Mainufer; silbern in der Sonne, voller Wasser und Vögel wie Reisfelder, die Getreideäcker vor Augsburg; verschlammt und krokodilgrün die Isar in München; von der Rosenheimer Mangfall wegradierte Uferbäume; rot aufgewühlt und tobend der Inn bei Wörgl.

Im Zug durch die Berge liest eine Ordensschwester „Das Hohelied“ (6.6., Kufstein).

Licht ist eine Stille

Durch die Baumkronen tauchen hunderte Krähen, die Meute geflügelter Wipfelhunde. Licht ist eine Stille. Im Schatten krächzendes Gebell. Unterm Parkgewölbe hängen lauthals grüne Hütten.

Lärmend schreitet der alte Nachbar mit seinem neuen Rasenkantenmäher ums Haus. Alles kappen.

Wenn Storm durch den Schlosspark gegangen kam, sangen die Pferde der Husumer Ringreitergilde ihr altes Lied. Und Storm summte es nach, schrieb es aber nicht auf.

In Tönning

Der Apotheker von Tönning: Zacharias Ludwig Ütö.

Aus dem rosigen Dunst über dem platten Dithmarscher Land tauchen Fabriken und Raffinerien auf, fünfzig Türme und Moscheen einer Stadt an einem Meer, das in der Luft hängt (Heide, 31.5).

Der Schlickschlamm!

Der alte Seebär, der am Eiderufer aus dem Bootsschuppen tritt und dessen Blick sofort den Fluss entlangwandert. Ein kleiner Dampfer hat stromaufwärts festgemacht, zwei Kilometer entfernt. „Is dat Schröder?“, ruft der Alte zur offenen Tür hinein. Und von drinnen antwortet ein Anderer: „Jau, dat is Schröder.“

Ein Wegweiser am Tönninger Ortsausgang: Welt 11 km

Wir: „Lachmöwen!“ Die Vögel: „Lachmenschen!“ – am Eidersperrwerk, Eideröffnungswerk (1.6.).

In der Welthauptstadt des Winds, wer ist dort Bürgermeister?

Sarg, auseinandergeschrieben

„Jeder Garten ist ein Grab“, sagt Emerson. Verstehst du, was er meint? Heute der volle Duft des Grüns beim Rasenmähen (eigentlich ja ein Grasmähen, um Rasen zu erzeugen) – und in dem kleinen Schuppen wächst durch die Ritzen überall der Giersch, ganz blassgelb, fast farblos, so lange war die Türe zu (der Sarg) und fiel kein Licht hinein. Wie im Treppenhaus (Sarg, durch den wir steigen) das struppige, bläulich-grün ausgebleichte (verblichene) Spanische Gras in seinen Friedhofstöpfen.

Schattenbanken und Luftreich

„Die Rückkehr der Schattenbanken“, hieß es im Radio, und ich fühlte mich bemüßigt – hatte die Muße –, anzuhalten, innezuhalten, auszusteigen und zurückzugehen zum Park. Ein Schattenbankangestellter wollte ich sein.

Wie das Gras, auf das die Mai-Juni-Vormittagssonne fällt, so grüne Augen hat das Tier und blickt unverwandt aus dem Fenster wie hinein in ein unsichtbar bevölkertes Luftreich.

SsssssSSSssss

Kleine Libellenmusik: sssssS …. ssSsSssss ….. SsssS …. ssssSsssSsssS …. SSSsssss …. ssssSsssSSSSs …. sssssSssss ….

Feine Stäubung

Der Vers von Robert Walser aus „Was fiel mir ein?“, der in Walter Kappachers „Der Fliegenpalast“ den alternden, an den Rand gedrängten Hofmannsthal dazu bringt, „alles hinschmeißen und weggehen“ zu wollen: „Wann ging die feine Stäubung / dem Schmetterling in mir verloren?“

So muss ich für meinen Sohn klingen, wenn ich am Kaffeetisch von Dichtung palavere: Gedudel der Doors.

Die flimmernden Lider nach den Stunden am Bildschirm – können es nicht fassen, wollen sich schließen, suchen nach Tränen, aber widerstehen (28.5.)

Drei Gespräche

Und auf einmal spricht dein Sohn mit dir über Eichendorff (25.5.).

„Schlimm wird es“, sagt die Frau auf der Straße, „wenn nicht mal mehr die Bauarbeiter dir hinterhersehen.“

Seltsames Eingeschnapptsein der Floristinnen, die alle – alle! – beleidigt sind oder tun, wenn einer sie bittet, noch etwas Rotes, Blaues oder Weißes in den gewünschten Strauß zu binden. Wo sie sich doch freuen sollten an der Farbsehnsucht des Blumenkäufers: „Ja, aber gern! Ihre Augen möchte ich haben … eine Gerbera fehlt!“

Jetzt, nicht mehr, bald wieder

Anrauschen, Rauschen, Verrauschen. Hör hin, wie Böen in die Bäume fahren, rasseln in den Sträuchern, pfeifen im kniehohen Gras, um die Firste, die Autostoßstangen: Der Wind singt seine Geschichte. Jetzt, nicht mehr, bald wieder. Der Ort, wo er war, klingt in ihm fort, der Wind hat ihn mitgenommen und trägt ihn dorthin, wo er gleich sein wird.

Gestern starb Sarah Kirsch. Heute starb Georges Moustaki. Morgen ist der 24. Mai 2013.

Die schöne Wehmut, zu warten auf den, der den ganzen Tag lang unterwegs war und gearbeitet hat, auch für dich.

Ein kopfloses Schaf

Eine Plakatwand, vor der die U-Bahn hält, wirbt für einen Mähroboter, einen selbsttätigen Rasenmäher ohne Schiebegestänge oder Kabel, der aussieht wie ein aus Plastik gefertigtes, kopfloses Schaf auf Rädern. Als die Bahn weiterfährt, versuche ich der Zukunft zu entfliehen und lese Walter Kappachers Debütroman „Morgen“ zu Ende, erschienen 1975, als ich zehn war und von meinem Vater unter Drescheandrohung regelmäßig zu Gartenarbeiten verdonnert wurde: „Ich war ohne einen Gedanken, und es war, als atme ich mit demselben Atemzug, mit dem die Bäume, Gräser und Steine atmeten.“

Kein Baum, kein Busch

Drüben unter den tropfenden Bäumen parkte ein kleiner grüner Lastwagen und sah im Regen aus wie ein Strauch. In der Kabine saß am geöffneten Seitenfenster der Fahrer und aß einen hellgrün leuchtenden Apfel. Ich beobachtete ihn, wollte sehen, wohin er den Apfelrest warf und wie er dann weiterfuhr, kauend vielleicht, vielleicht mit zufriedenem Gesicht. Doch dann sah ich, dass der Apfel gar kein Apfel war, sondern der hellgrün leuchtende Becherverschluss einer Thermosflasche. Und als der Laster davonfuhr, war er kein Baum, nicht mal ansatzweise ein Busch, sondern ein Lastwagen mit einem Fahrer, der im Regen eine kleine Pause eingelegt hatte (21.5.).

„Klopf an,
bevor du ins Freie trittst.“
(Ulrich Koch)

Ein Umzug und ein Streit

Der bevorstehende Umzug in die etwas dunklere Wohnung: „Wir waren mit Licht beschenkt.“

„Meine Hände streiten sich“, sagt das Kind – und führt es vor mit seinen Händen (Planten un Blomen, 20.5.).

Inseln

Wenn es stimmt, was John Donne in seiner siebzehnten Meditation sagt, nämlich dass niemand eine Insel sei, keiner ganz bloß er selbst, sondern jeder ein Teil des Kontinents, genauso aber Teil der hohen See – heißt das im Umkehrschluss, dass es Inseln gar nicht gibt? Dass daher, frage ich mich, eine Insel keine Persönlichkeit besitzt? „Der Tod eines jeden verringert mich“, schreibt Donne, „denn ich bin eingebunden in die Menschheit. Frag du dich deshalb nie, für wen die Totenglocke läutet – deinetwegen läutet sie.“

An den Bahnhöfen, im Freien, auf den Plätzen, an den Kiosks, warum siehst du dort so viele Versehrte, Rollstuhlfahrer, Einbeinige an Krücken, Krüppel? Weil es von dort fortgeht? Weil dort, noch immer, der Aufbruch möglich ist, ungehindert? (Ohlsdorf, 19.5.)

Die schnellen Fische

Im Juni grüne Wogen im Holunder, die im Park zusammenschlugen, die Tropfen eine Regenflut im Funkeln neuerlicher Sonne, und die Vogelmusik so nah wie fern. Das Spechtgetrommel. Dass ich stehenblieb und rot wurde, so sehr schämte ich mich für mein Besserwissen.

Die Pfingsttrompeten!

Und abends die schnellen Fische: Fledermäuse, gaukelnd durch die Brandung der mit Wasser vollgesogenen Luft.

„Wir können nicht mit Gewissheit sprechen, weder über Eisvögel noch über Nachtigallen.“ (Lukian)

Der Sommerwind

„… musst du ins Licht investieren …“, sagt ein Vorübergehender in sein Telefon.

Der Sommerwind blättert mir die Seiten um, und das Buch antwortet, es raschelt. „Lies!“, sagen die beiden.

Der im Wind rauschende, hin und her gepeitschte, über dem Windmeer wogende Rote Flieder.

Arbeiten

Neunzehn Jahre lang, von 1866 bis 1885, war ich Zollinspektor im Hafen von New York, genauso lang wie Herman Melville an drei, später zwei Tagen die Woche in Hamburg als Fernsehprogrammredaktionsangestellter arbeitete, von September 1994 bis Juni 2013. Nein, verkehrt. Es war andersherum! Nein, andersherum! Es war verkehrt.

Vor dem U-Bahnhofportal kniet ein junger Arbeiter auf einer am Boden liegenden Uhr, deren Sekundenzeiger rennt, und schraubt und schraubt mit seinem Schraubenzieher in ihrer Seite wie in einem Ohr. Und über den Bahnsteig, im Kreis, wirbeln im Morgenwind Eschenblütenblätter (14. Mai 2013).

Zuwucherungsversuche

Den Blicken des Kindes zu folgen, wenn es durch die sommerlichen Straßen fährt, durch die es vor Jahren (an deiner Hand) zur Schule ging – lebendige Erinnerung. Und deine Traurigkeit, deine Trauer, erlischt (10.5., auf der Uhlenhorst).

Die Tangopolizei!

Das Kartoffelkartell!

Im Mai die schönen Hohlwege, die zu den Bahngleisen hinunterlaufen, voller Blüten, mannigfaltig grüner Blätter, mit Tieren, die dort stehen und warten, bis mein Zug vorübergerast ist. Die Hohlwege entlang der aufgegebenen Rangiergleisareale und Lokomotivschuppen, begehbare Zuwucherungsversuche (Berlin-Spandau, 12.5.).

Ein Muster

Wie das Licht durch die Blätter fällt. Wie die Schatten ins Licht ragen. Wie Licht und Schatten zusammenspielen. Schattenlicht, Lichtschatten. Die Zweige. Die Blätter. Der leichte, der lichte Wind. Woran bin ich, bei diesem Anblick, woran erinnert? Gibt es etwas, außer mir, das meinen Blick erinnert? Ein Muster. Welches? Bin ich ein Teil von einem Muster, ein Musterteil? Ein Musterschatten, Musterlicht, Musterwind, Musterblatt.

Ein Zwillingstag

Der Tag war morgens kühl, erwärmte sich rasch, war mittags sommerlich und wurde nachmittags zum Regen-, zum Unwettertag, ehe abends noch einmal die Wärme zurückkehrte, ein rosiges Licht, ein stiller Abend im Nieseln. Und der Tag darauf – genau gleich, nicht derselbe, doch, wenn es das gibt, ein Zwillingstag.

„Ich muss das Gras nähen“, versprach sie sich.

Vor drei Tagen, in der Trockenheit des Maisonnentags, sah ich eine verendete Weinbergschnecke, deren Schleimspur die Steinplatten der Stufen hinaufführte, wo aber auch bloß steinerne Wände und Zementboden waren: kein Ausweg aus der sengenden Sonne. Heute Morgen wachte ich auf und sah im Spiegel, aus den Augenwinkeln führte mir der Schleimspurschimmer zweier Schnecken über die Schläfen (9.5.).

Durch den 360. Stock

„Wie alt ist eigentlich die älteste Blume geworden?“, fragt das Kind im schweren Regen (7. Mai).

Die Augenglanzbestimmung!

Mit dem Fahrstuhl hinauf durchs erste, zweite, dritte und vierte Geschoss, weiter durch die fünfte Etage und hinauf, immer weiter durch die sechste, die sechzehnte, sechzigste, hundert-, dreihundertsechzigste und schon unsichtbare. Im aus der Haut gefahreren Aufzug durchbrechen ins Freie: Lift ins Licht.

Das Pendlerbesteck!

Das Salettl

Der erste Satz, den der ältere Dichter sagt, als ich ihn um einen Beitrag zur Trakl-Anthologie bitte: „Ich lehne alles ab.“

Die Ideenbörse!

Die Zukunftswerkstatt!

Die Psychohygiene!

Der Strategieworkshop!

Die Ehrgeizlosigkeit!

Ein Unwetter in Nauen

Später sagt der Dichter: „Das Gartenhaus der Trakls, das Salettl, wissen Sie, wer das entdeckt hat? Ich.“

Die Lahn

Im Frühsommerlicht, bei leichtem Wind, an der schönen grünen Lahn entlang. Unter den Bäumen strömt der Fluss vorbei, Enten, knapp überm Wasser, folgen hastig den Biegungen und Geraden des Flusslaufs, und am Ufer weiden Kühe, und selbst das sandige Schwemmmuster an einem Böschungshang erscheint bedeutsam (Marburg, 5. Mai).

Aus den Notizen zu einem Selbstbildnis

Haare aufsammeln, schimmernde, rotbraun und silbern
aus Ordnungswut, einer Liebe, einer Angst
um alles was von dir stirbt zu bewahren
vorm Hygienewahn der Hinfälligkeit

Romantik pur Novalis pur Bekümmerung na klar
Bahndammschotter und Wacholderdrossel
Gras Tod Nein Ja, wennschon, dennschon pur
Zweifel Verlorenheit Aufbegehren ganz und gar

Zu Tränen gerührt von rauschenden Eschen
knospenden Hecken an Eisenbahnergärten
ich mit meinen Besserwisserallüren
und innigen Wünschen für jeden Dreck

Die Toten gaukeln, die Lebenden träumen
tags also bin ich gestorben und lebe nachts
oder träume mich gaukelnd durch die Jahre
wie Wochen, ein Sommer, Sommernachmittag

In den Gärten

Die Wunderlandnahme!

In den Gärten die gelben Bälle der Forsythiensträucher: stummer, still im kühl und leichten Wind stehender Vogelgesang. Singen dann die Amseln, blüht die Luft.

Das Heimwehkrankenhaus!