Das Gras

Skorpion

Er trägt auf dem Rücken als Zeichnung
  ein einzelnes, blinzelndes, bewimpertes
Auge. Was es eräugt, fliegende, fliehende
  Beute, frisst er nicht. Er kann warten,
    wie Hitze, Gott warten. Er lähmt, zerrt
  alles Wände hoch in Staubwinkel. Im Stillen,
für dich, in deiner Stachelsprache, nenn ihn
  Mensch. Nur sprich das Wort nicht aus.

Für Andreas Altmann

An die, die mich retten

Diejenigen, die uns retten
vor unserem Leben, wissen
nicht, dass sie uns retten.
Christian Bobin

Praktikum im Atlantik.

Bei der Schlittenreparatur fällt dir auf, dass die abgeplatzte, zerbrochene Kufe schon des Öfteren ausgebessert wurde – am Holz fixiert mit Nägeln, goldfarbenen, silberfarbenen, mit zahlreichen unterschiedlichen Schrauben, Schlitz, Kreuzschlitz. Wann? Wie alt ist dieser Schlitten denn? Von wem und woher stammt er? Wer fuhr darauf? Ist das von Bedeutung? Die Kinder jagen den Hang hinab nicht nur wie die im Schnee der Zeit Verschwundenen, sondern gemeinsam mit allen schlitten fahrenden Toten der Menschenfamilie. (10.2.)

Die Landschaftsbilder Pissaros – die einfachen Leute in der sie umgebenden Schönheit, der Pracht des Lichts, der Farben und Formen. Wussten, wissen sie darum? Oder sah sich Pissaro als ihre Brücke? Vielleicht war er einer der letzten Zeugen davon, dass es keiner Brücke bedurfte.

In der verharschten Schneedecke die Spuren der Katze. Ich weiß, welcher. Ich kenne sie. Nur sie streicht hier vorbei. Sie hat Augen!

Schrecklich, Sylvia Plaths Tagebücher zu lesen. Der zerstörte Mensch. Die junge Frau, die junge Mutter ohne Möglichkeit, ihr Glück zu verwirklichen. Eine Schande.

Die Frauen im Park lehnen an Bäumen, sonnen sich. Die Männer: Sport. Umher tollen die Kinder. Und du – gehst mitten hindurch. (Eppendorf, 14.2.)

Ich habe ein Sorgenkind – ein Gedicht, dem muss ich unbedingt noch heute unter die Arme greifen.

Der Hund mit dem Maulkorb ähnelt mir mit meiner Maske. Der Hund hat meine Augen.

Wolfgang Borcherts Betitelung der drei Teile seines Romans, zu dem er keine Kraft mehr hatte: 1. Buch: Die Nacht; 2. Buch: Nacht um uns, Nacht; 3. Buch: Nacht Nacht Nacht.

Stephen Stills – 2

Ein 80 Jahre alter Stuhl verbrennt in 20 Minuten.

Haus für Ritsos

Den uralten Pfad hinauf. Nur Schotter.
Und entlang dann, dann hindurch unter
Strauchwerk, scharf, stachlig, immergrün.
Alles war bewaffnet, Jannis, wie wir da
kampflustig so zur Kapelle hinanstiegen.
Thymian, Lavendel. Salbei. Phönizischer
Wacholder im Sommerradau der Zikaden.
Unbeugsam der Widerstand, unerbittlich
wie die Sonne die Schattenbemühungen
verhärteter Früchte und was der Ilex lehrt,
wenn das Licht ihn malträtiert: Wahr werden
alle Färbungen von allem, das aufbegehrt
und dabei doch gerechtbleibt wie die Grille,
die Eule. „Nichts“, so du da oben, „ist härter.“

Weißt du noch? Drei Tage lang hatten wir
bei Dauerregen alles alte Holz vom Keller
ins Haus geschleppt, zerkloppt und im Kamin
verfeuert. Unser Qualm, Jannis, quoll fabelhaft
über das Dach. Wolken wurden das Laufgitter
meiner Liebsten, Stühle, Rahmen, ein Sessel
und die alte, halbe Gute Frau von Forcalquier.
Vorbei an der Kapelle, in deren glaslose Fenster
Kinder mit dem Mistral riefen – drei Gespenster –,
stiegen wir zum Schloss hinauf. Weißt du noch,
der Trümmergipfel seit fast tausend Jahren?
„Ich bin zu lang schon tot. Und Griechenland,
mein Hellas ist verbrannt“, so da oben du.
Das Laufgitter meiner Liebsten, Stühle, Rahmen …

alles sah ich unter Kiefern, wie neu, da oben stehen.

Es war dein Haus. Nur die Tür und alle Fenster fehlten.

Elligersweg

Auszug

(…)

Bücher an die Straße gepackt,
auf die violette Backsteinmauer,
die in wärmeren Nächten immer
dieser junge Igel langtigert: Marx,
Manifest, Uhland, Gedichte, 1984
mit den Anstreichungen von 1984.
Ottmar Elliger d. Ä., Die Stillleben.
Ottmar Elliger d. J., Die Stillleben.

Irgendwann findet jemand heraus,
nicht nur alle Gemälde der beiden
malte der Sohn, er erfand einfach
den Vater, er wurde sein eigener!
Oscar Wilde liegt keine Minute da.
Der Gärtner hat einen dottergelben
laubbläserartig röhrenden Rollator,
an Don Quijote aber kein Interesse.

Auf Mascha Kaléko sitzt ein Sperling.
Während sich die Zimmer leeren und
in Kisten wandert ausnahmslos alles.
Ensemble schließt das alte Kapitel.
Das zitierte ist das wahre Leben,
die letzte unleserliche Schrift
Staub aus vier Sommern,
vier Sommer lang Staub.

(…)

Der Sommer mit Strindberg

Als ich Strindberg las, waren alle Bäume
anders. Umschlossen von glasigem Licht,
wirkte jeder beschützt. Er verwahrte sich.
Nachmittage lang lief ich mit den Hunden
über die Felder und an Waldrändern hin,
Hohlwege, durch die ich träumend ging,
und immer Überraschung: Wolkenbruch;
offene Scheune; verschwundenes Moos.
Die Hunde waren beide schwarz, liebten
einander, rangelten, lösten jedes Rätsel
verschieden. Sie kannten alle stärkeren
Äste auswendig, und was sie rochen, ja
war ein Zeichen: Minutenlang sahen sie
gedankenversunken in die Baumkronen.
Strindberg rief einmal einem Kritiker zu:
„Warten Sie, bis ich mit Ihnen abrechne
in meinem nächsten Stück!“ Das hab ich
nicht vergessen können. Die Kastanien,
dachte ich, sie sind Strindbergkastanien,
aus einem glasigen Licht, das dir etwas
zu sagen hat. Nur was? Dieselbe Frage
stand oft den zwei Rumtreibern im Blick.
Einmal, es war ein schwüler Mittag Mitte
August, jagte uns ein Schwarm Bremsen
die Felderraine entlang, und da segelten
aus dem abgestorbenen Zaubergezweig
einer Eiche dunkel wie drei Pfeilschatten
drei Schwalben, und sie fingen alle weg.
Alles kann geschehen, alles ist möglich
und wahrscheinlich, schreibt Strindberg,
Personen spalten sich, verdoppeln sich,
vertreten einander, sie gehen in Luft auf,
verdichten sich, zerfließen und fügen sich
erneut zusammen. In Ein Traumspiel ruft
Indras Tochter wieder und wieder, es sei
schade um die Menschen, und das ist es,
was ich seit dem Sommer mit Strindberg
glaube: Es ist um uns Menschen schade.

Frühstück im Steinzeitpark

In der Hose, die aufs Bett fliegt, siehst du für einen Augenblick noch dich.

Genesis – Nursery Cryme

Du glaubst ja gar nicht, wie schnell du allein bist auf dieser Welt – jede Kuh, jede Elster, jede Birke im Regen weiß es besser und kann dir davon erzählen. (15.12.)

Erzählt mir, was ihr wollt: In den Gesichtern der Fiesen sieht man ihre Fiesheit. Ich bin gern bereit, ihre Gemeinheit, ihren Stumpfsinn, ihre Gewaltbereitschaft und ihren Egoismus zurückzuführen auf ihre schlimme Kindheit, auf traumatische Erfahrungen und meinetwegen Herabwürdigungen. Trotzdem sind sie gemein, eklig und einfach lachhaft. Die armen Ungeheuer! Sollen sie lesen!

Genesis – The lamb lies down on Broadway

In jedem Buch, das du liest, unterbrichst und an anderem Ort weiterliest, sind das Licht und die Landschaft vor der Unterbrechung darin aufgespeichert. Ich lese – nach viereinhalb Monaten – Didier Eribons „Rückkehr nach Reims“ weiter und sehe die Terrasse in Volx vor mir, ich stehe rauchend unter dem Feigenbaum und höre die Glocken und im Haus Auréliens hellblonde Stimme aufrufen: „L’angelus!“

Ein Mann mit seiner Frau oder Schwester oder Cousine bleibt vor dem Haus stehen und bestaunt das Gerüst. „Keine freie Fläche!“, ruft er begeistert. „Nur Fenster!“ – In einem stehe ich.

Schreib ein Gedicht: „Frühstück im Steinzeitpark“

Schreib ein Gedicht: „Unterschiedliche Vorstellungen von einem Tag in Deauville“

Wie der junge Nachbar seinen jungen Hund, so führe ich das Buch spazieren, das ich übersetze – im Wind und im Regen. (11.1.)

Sie ist der leibhaftige Eklamativ.

Der Junge packt seinen ersten eigenen Computer aus, er ist himmelblau.

Ein guter Job wäre es, dazwischen zu sein. Zwischen den Diskursen, den Erfordernissen, dem Notwendigen und Nutzreichem. Zwischen Politik und Psychologischem. Soziologischem. Glaziologischem. Zwischen denen, die täglich zu den Leuten gehen, und denen, die täglich über die schreiben, die täglich zu den Leuten und gehen, und die besser mehr über die Leute schrieben und sich unterhielten mit ihnen. Zwischen denen. Muss man es erwähnen, dass Poesie Bindegewebe ist?

Neueste Maßnahmen

Erneut nach Erich Fried

Die Faulen werden wiederbelebt.
Fleißig genug ist die Welt!

Die Hässlichen werden wiederbelebt.
Die Welt ist schön genug!

Die Narren werden wiederbelebt.
Weise genug ist die Welt!

Die Kranken werden wiederbelebt.
Die Welt ist gesund genug!

Die Traurigen werden wiederbelebt.
Lustig genug ist die Welt!

Die Alten werden wiederbelebt.
Die Welt ist jung genug!

Die Feinde werden wiederbelebt.
Freundlich genug ist die Welt!

Die Bösen werden wiederbelebt.
Die Welt ist gut genug!

*

Ein grauer Tag im Paradies

Der wirklichste Morgen, den ich je erlebt habe, war ein Morgen im Herbst 1980, als ich in Taunton, Somerset, zusammen mit meinem Austauschschüler Rodney zur Schule fuhr. Es war klirrend kalt, die Straßen wie ausgestorben, alles unter Raureif, und wir auf zwei klapprigen Rädern johlten bibbernd, schlotternd und waren selig vor Freude aneinander und an der jungen Welt.

An einer sonnigen Straßenecke irgendwo in Amerika saß ich mit meiner verstorbenen Großmutter und unterhielt mich mit ihr so innig wie eh und je vor ihrem Tod. Sie habe mir zu berichten, sagte sie mit ihrem widerspenstigen Chemnitzer Sächsisch, dass mein Bruder gestorben, dass er „nübergerufen“ worden und sie nur gekommen sei, um ihn abzuholen.

Kaum dass du dir die Haare hast schneiden lassen, spürst du wieder den Wind.

Arbouretum – Let it all in

Sein größter Wunsch, sagt das Kind, sei ein Sommer mit Schnee. Ich erzähle von einer Reise nach Mallorca, neun Jahre, bevor das Kind zur Welt kam, und dass es da auf einmal aus dem blauen Himmel regnete – mir bis heute unbegreiflich. „Wieso?“, fragt das Kind. „Die Wolken sind bestimmt blau gewesen.“

Ein grauer Tag im Paradies.

Das Gegenteil von Vergessen sind die Vögel.

Depeche Mode – Violator

„Der Junge trinkt Milch / und schläft geborgen in seiner Zelle, / eine Mutter aus Stein.“ Tomas Tranströmer, aus „Gefängnis“, Neun Haikus aus dem Jugendgefängnis Hällby (1959)

In der Dunkelheit der kleine Park an der Kirche, in dem man dich am Vormittag fotografiert hat, die schwarzen Büsche, die dunklen Umrisse der vor zehn Stunden noch gelbgoldenen Kastanie.

The Sea and Cake – Everybody

Als das Fenster dunkel blieb, hinter dem sonst nachts immer der Fernseher lief, warst du plötzlich ganz allein – nein, da war plötzlich in einem anderen Fenster Licht!

Letzter Ausflug

An einem ganz weißen Tag, sechs Monate
   nach Kriegsende, fuhr er mit dem Frühzug
noch mal nach Lüneburg zu einem Mädchen.
   Die Leber tat jetzt weh. Er fühlte sich gelb.
Sie spazierten vom Bahnhof zum Kalkberg,
   rasteten, beäugten sich, lachten, mochten
einander. Ewig langsam hinauf, von oben
   zeigte Fritzi ihm Bachs Kirche, den Alten
        Kran, die Ilmenau, er ihr sein Theater.

Im Zug zurück ein Spuk vergessener Bilder.
   Er sah sich, stand zugleich auf der Bühne,
wollte das Land, Äcker und Krater, das Grau
   von Bardowick bis Winsen gar nicht sehen.
Dann über die Elbe, und da war Hamburg,
   und alle alten Zeilen fielen ihm wieder ein.
Die Schmerzen. Er kam sich rühreigelb vor,
   zusammengesackt wie ein Luftschiff oder
        die in Brand geschossene Linde einmal.

Er schlich durch kaputte Straßen, die Linie 9
   fuhr bloß zweimal am Tag. Die Uhlenhorst,
wie vor den braunen Hunden. Winterhude,
   ein Hungerfeld. Der Stadtpark abgeholzt,
und Alsterdorf halb eingeäschert. Gärten,
   weggeweht vom Wind. Dann lehnte er da,
im finsteren Treppenhaus und war nicht, der
   er hatte werden wollen, noch der er wurde.
        Hörte Schiffe. Leuchtete, so gelb war er.

Für Wolfgang Borchert zum Hundertsten

Der Glastisch

Er steht heute im Dunkel in meinem Keller,
   der Glastisch, um den mein Vater und ich
herumstrichen, als es um alles ging, mein
   Aufbegehren, seine Gewalt, letztendlich
um Worte, um Selbstbestimmung, was ich
   und was er war und was er da spürbar
nicht länger hat zusammenballen können.

Mein Onkel will einmal seine Verlobte O.
   derart gereizt haben, dass sie ihn hilflos
auf den Glastisch schleuderte, worauf der
   zerbrach. Die gläserne Platte erneuert,
schoss mein Onkel die Frau zum Mond,
   wollte sie nicht mehr, gab den Glastisch
mir und will seither nichts von ihm wissen.

Ich saß an dem Glastisch, hatte Stapel von
   Steuerunterlagen vor mir, im Raum tobte
die Rasselbande, und es liefen Erik Saties
   Descriptions automatiques. Für die Frau
meines Lebens seinerzeit sei das, sagt sie,
   der eine Moment, in dem alles zerplatzte,
unser Leben, die Familie und ihre Zukunft.

Ein Junge war ich noch, immer unterwegs,
   ich stieg in die Bäume, um alles zu lesen,
und einmal, durstig, sah ich durchs Fenster,
   wie der Freund meiner Mutter geklammert
an den Glastisch zusammenbrach und starb.
   Tot lag er auf der Couch neben dem Tisch,
ums Kinn ein Geschirrtuch, das ich kannte.

Ich kenne das Möbelgeschäft am Isarufer
   von Tölz, aus dem der Glastisch stammt.
Ich weiß um seine Noblesse, weiß, er blitzt
   in einem Zimmer, das ewig leblos scheint.
Chrombeine hat er, immer kalt, absolut glatt.
   Er ist wie ein Fabeltier, das ausgerechnet
von meinem Leben alles mitangesehen hat.

Für Klaus Johannes Thies

Nur der Schatten einer Lokomotive

Die Luft – als würde es (endlich) schneien. Als wüsste – ja – die Luft, wann es (endlich) Zeit ist zu schneien. (11.10.)

Tage-, nächte-, wochenlang redet die Nachbarin ununterbrochen auf jemanden ein – wen? Jedenfalls auch auf mich.

Gott, las ich irgendwo, sei ein Eichhörnchen – wo? Vergessen.

In einer Pause steht der junge Gerüstbauer vor meinem Fenster auf dem schmalen Rasenstreifen und besieht sich sein Werk, die Einschanzung meines Ausgucks. Dabei betastet er gedankenversunken einen Rosenzweig, drückt die herbstlichen Blätter sanft. Sag von niemandem, er sei stumpf. (13.10., Barmbek)

„Schockhaft“ im Duden „liefert keine Ergebnisse. Wir haben stattdessen nach ,Scheckheft‘ gesucht.“

Am Fischmarkt sechs stämmige, bärtige, dunkle Typen vor den Kühlern ihrer Luxussportkarossen. Sie unterhalten sich miteinander in Gebärdensprache und lachen einander von Herzen zu. (Altona, 17.10.)

Elefant terrible.

Spiegelungen: Ich komme zum Fleet und sehe die Häuser gegenüber unter Wasser. Ich trete an die Haustür und sehe das Baugerüst im Treppenhaus.

Ihre Fragen konnte ich nur bestaunen. Sie rückten mich in eine wohltuende Distanz zu mir selbst.

Genesis – … and then there were three …

Nur der Schatten einer Lokomotive fährt vorbei. (Berlin-Spandau, 29.10.)

Bei Bitterfeld ist der aufgegebene Güterbahnhof von Wolfen vollkommen von Efeu überwachsen – Gleise, Zäune, Waggons, Lokomotiven, Gebäude, Laternen, versunken im grauen Grün des Laubs. Du fährst im Zug vorbei, und hinter dem Zug her jagt der Efeu, fast erreicht er das Zugende. Steig nicht aus in Wolfen!

Crosby, Stills & Nash – CSN

Durch die auf Kipp stehenden Fenster – draußen ein warmer Novembertag – rieselt weißlich-grau der feine Staub des Mauerwerks herein, den die Bauarbeiter von der Haswand flexen. In der hohlen Hand erstaunt seine pudrige Weichheit. Der Staub erscheint wie eine Botschaft – nur wovon? Wessen? (3.11.)

Besonders erzürnt scheinen die Krähen nachts, wenn sie unvermittelt aneinandergeraten.

Bodenschatz: die dutzenden Münzen in ihrer Handtasche.

Keine Schonung

Umzug, Umzug, Karneval im leeren Regal.
Diebisch lachen die Freunde diese Nacht,
komische Vögel. Ich trage das Faxgerät,
Geschenk einer Giraffe von Galeristin,
bei der ich zwischen lauter Kartons las,
für die Trödeljäger auf die Straße. Zack,
und weg. Im neuen Garten der Goldregen,
soll giftig sein. Werde ich, irgendwie, testen.
Keine Schonung, ein verwildertes Wäldchen
liegt hinterm Haus für die Zeit unter Kindern.

Gott ist ein Eichhörnchen

Die zugenähten Taschen am Hosengesäß – als gäbe es darin, sobald man nur den Verschlussfaden entfernt, ein Geheimnis zu entdecken. Doch immer ist darin – alles.

In der Nachtluft hing plötzlich ein feinster Dunst, wie von künftigem Schnee.

Crosby, Stills & Nash – CSN

Der Liebe den Zahn des Krebses ziehen: keine Ironie! Kein Antizipieren! Sich-zurückziehen-Können! Sagenkönnen: Hier bitte stop! Um dir die Dauer bewusster zu machen, sag statt „immer“ lieber „unentwegt“.

Jede Blume ist eine Aufgabe.

„Gott ist ein Eichhörnchen“, las ich kürzlich – nur wo? Vergessen.

Unwirklichkeit gibt es nicht. Es gibt nur Unwirklichkeitsempfinden – das sehr real ist. Es entsteht im Versuch des Abgleichs von Erinnerung (oder auch Wunsch) und vermeintlicher (als vermeintlich empfundener) Realität. Mit seinem Unwirklichkeitsempfinden versucht dein Gemüt, den fehlenden Abgleich (wieder)herzustellen. Aber das kann nicht gelingen – letztendlich ist das Dilemma des Unwirklichkeitsempfindens ein übersetzerisches Problem.

Genesis – Nursery Cryme
Genesis – Trespass

Zwei Stunden lang spricht das Paar in deinem Abteil kein Wort miteinander – da sie jede Antwort verweigert. Sobald er hinausgeht, schließt sie die Augen. Aber kehrt er zurück, beobachten ihre dunklen Blicke jede seiner Regungen – und scheinen sich ihrer bei dir zu versichern. Ist sie taubstumm? Oder steht etwa die Sprache zwischen ihnen? Ihnen zufolge gibt es keine Sprache. (Im Zug nach Dresden, 24.9.)

Das Kind hat vier Arme, vier Hände, vier Beine, vier Füße, vier Ohren und vier Augen. Mit zwei Mündern sagt es: „Ich.“

Die junge Frau mit dem Kleinkind auf dem Arm spricht unentwegt in ihr Headset. Ob das Kind wohl denkt, seine Mutter rede in einem fort mit ihm und erkläre ihm die Welt? (30.9.)

Crosby, Stills, Nash & Young – So far

„Alle Möglichkeiten im Leben“, sagt ein Junge im Vorbeigehen, mitten im Getümmel des Bahnhofs.

„Hoffnung ist verbunden mit dem Gefühl der Komplizenschaft mit anderen, unzähligen anderen: mit den Lebenden, den noch Ungeborenen und den Toten, die alle gleichermaßen anwesend sind.“ John Berger

Schwerhörig zu sein

Von der Wiese am Waldrand flattern simultan 30 Krähen auf – wie die Klaviertasten, wenn die Musik beginnt (Freiburg im Breisgau, 22. 8.)

Ein Blick – Eidechse. (Ein Stöckchen zwischen Dachziegeln.) Ein Blick – weg.

Du gehst von der Autobahnraststätte hinunter in ein Waldstück und stehst mit einem Mal in einem Hohlweg bei Schriesheim. Wie die Tage seit 50 Jahren vorübergerauscht sind, als du hier gelebt hast, brausen die Wagen auf der Autobahn vorüber – aber du bist (dir) sicher im Hohlweg jenseits des unwirklichen Geländes.

Schreib ein Gedicht: „Picknick im Geburtsort des Erfinders der sprechenden Uhr“

Die Frau in meinem Alter schultert ihren Schulranzen und beginnt, auf den Busfahrer einzureden, der kein Wort erwidert. „Tschüß!“, ruft sie erfreut und steigt aus, um an der Haltestelle stehen zu bleiben – es ist eine Haltestelle! – und dem Fahrer zuzuwinken, der aber gar nicht hinsieht. Dann tänzelt sie davon. So … solltet ihr alle sein. Wie diese Gestörte, die in Wahrheit eine Störende ist. Und dennoch – deshalb – das Gespräch sucht.

Der Junge hat so raffinierte und schön anzusehende Hörgeräte, dass ich für Minuten große Lust verspüre, schwerhörig zu sein. (Düsseldorf, 4.9.)

Unentwegt tippt die Zungenspitze sachte an den Gaumen, sobald du etwas Fremdsprachiges liest.

Du leidest nicht unter Lieblosigkeit, du leidest an Lieblosigkeitsempfinden, und deine Aufgabe besteht darin, den Unterschied zu erkennen – so es ihn gibt. (11.9.)

Voile

Dein Segel fährt durch das Exil,
wie eine Sonne über Kiesel zieht.
Sie geht unter, und das Segel sinkt.

Schon Nacht. Schwarzes Segel sinkt
durch das Exil, fällt bis auf den Grund,
flatternd weht es durch die Dunkelheit.

Und jeder Fisch, ein jeder dunkelgrün
Neun-, Acht- oder Siebenauge, blinkt,
leuchtet dein Segel unter den Sand.

Sternenversorgung

Nicht der Verlauf der Verse bestimmt die Form des Gedichts, es ist umgekehrt – und dann ein Wechselspiel, Wechselklang und Wechselgesang.

Vier Tauben trinken aus einem Handbrunnen am Straßenrand. Über ein ausgebleichtes Grasfeld schiebt ein Junge mit Geigenkasten auf dem Rücken sein Fahrrad durch die grelle Sonne. (St. Etienne des Orgues, 6.8.)

In der Bergkapelle Notre-Dame-de-Lure ist alles vergessen. Nur die waldbodenfarbenen Schmetterlinge beten noch.

Wir sonnen uns am Stausee bei St. Etienne des Orgues drei Meter unter dem Wasserspiegel.

Le cancer artistique. Der kunstvolle Krebs.

Das fatalste Versagen von allen – die Skrupellosigkeit. Gewissenlos sein heißt gewissenlos bleiben zu wollen. Was gewesen ist, will der – will die – Gewissenlose nicht wissen. Das Wesen der Rücksichtslosigkeit ist die Ichsucht, die Egokratie, das blicklose Kreisen um die eigene, leere, schwarze, mittelmäßige Mitte.

Handwerker, die verdammten Philosophen des Alltags.

Die Ça-va-Begrüßungen am frühen Morgen im Dorf, hin und her gerufen zwischen den sich rasch aufheizenden Hauswänden: „Ça va?“ – „Oui! Et toi – ça va?“ – „Oui!“

Neonreklame: ALIMENTATION D’ÉTOILES. Sternenversorgung. (Manosque, 9.8.)

Die Rätsel der Muster unterhalb der Wasseroberfläche in der unbegreiflich machtvoll und prachtvoll vorüberströmenden Sorgue – sie sind ebenso die Muster der Rätsel. (Fontaine de Vaucluse, 11.8.)

Aprikosenbäume, Pflaumenbäume, Mirabellenbäume, Apfel- und Birnbäume, Feigenbäume – der Obstgärtner geht barfuß unter ihnen umher (streicht ab und an über einen Stamm), erläutert die Fruchtfolge, die Bodentrockenheit, während zwischen den Wurzeln Hühner picken. Er ist braungebrannt (trägt die Sonne auf der Haut), lacht, ist wirklich, weil wirklich zu Hause, und er fragt ohne Scham, ohne Spott nach deinen Romanen, deinem Werdegang, deiner Liebe zu den Büchern. (Lagnes, 11.8.)

Flusswanderung den Largue aufwärts. Die Flusskrebse. Die Flusskieselschönheit. Die betäubende Kälte des milde türkisgrünen Wassers.

Der Lautsprecherwagen fährt wieder durchs Dorf! – am Steuer ein Dicker mit Fluppe im Mundwinkel, ein Mikro in der Hand. Was ruft er da? Was ruft er da aus? Der beste Zirkus der Welt ist endlich zu Gast!

Auf die Sainte-Victoire gewandert – ein erfüllter Lebenstraum. Auf dem Pfad hinauf durch die Gestrüppe steht ein Maler. Ein Handke-Imitator mit Geheimratsecken, Gamsbart und grauem Haar bis zu den Schultern blickt in die Ferne, mit roten Ballerinas an den Füßen. Du kannst oben, nach zwei Stunden Bergaufwanderung, an der Saint-Ser-Kapelle die Glocke läuten.

In einer Schublade des Kräuterschränkchens lauter alte Schneckenhäuser, Würfel und Murmeln – für ein Schneckenrennen? Wann fand es statt? Vielleicht letzte Nacht. Vielleicht ist es das Spielzeug der lieben Geister, die hier ebenso wohnen.

Das Kind schreit wie eine Katze – nein schreit, wie noch keine Katze je schrie. (Volx, 20.8.)

Dieser Weg, wohin

Dieser Weg, wohin es auch
geht, er führt dich nicht zu
dir. Sondern mit sich, mit
davon, weg, hin zu etwas
Neuem. Weg. Weder zurück
in dein o-förmiges Kindheits-
wäldchen noch zurück auf
die Schwalbenspur. Nicht
auf die Hunderunde und nicht
an den Regenstadtrand. Schluss
mit der lieblosen Tristesse, vorbei,
Trauer um das bisschen Zartgefühl.
Orte lieber Orte, unerforscht außer-
halb deiner, ungeahnt innen. Sei
zeitfern du, bleib unterwegs,
unbändig ansprechbar.
Der Weg führt dich zu den
Anderen, in eine neue Weite,
wer weiß, wohin es geht, wenn
du dich weder finden musst
noch dich verlieren.

Ihr letzter Tag, Herr Präsident

Ihr letzter Tag, Herr Präsident, bricht an.
Bitte verlassen Sie das Weiße Haus,
Sie blinder, irrer, mieser alter Mann,
Und schaffen Sie ihr dummes Zeug hinaus
Und weg in Ihre Sonne. Nehmen Sie
Die Paladine mit, mit die Claqueure,
Die scheinbar wahre Scheindemokratie.
Ich höre Stimmen und die Tiere, höre
Die Sie so lange stützten, so elendig
Gekaufte Meute. Bäume twittern Tweets:
Schluss! Ende der Verelendung! Lebendig
Entgehen wir seiner Verbalmiliz.
Von Ihnen, fetter Clown des Fakes,
Lernt die kaputte Welt: Bleib unterwegs.

Der Dorffahrlehrer klopft

Durch ein Maisfeld hindurchspazieren, hin an einem eindunkelnden Wäldchen, während die Abenddämmerung mit der Geschwindigkeit eines Güterzuges naht, und am Wäldchenrand steht ein Holzkreuz im Schatten der Bäume, darauf wird gewarnt vor Schändern, wie sie anno 1873 hier ein Mädchen überfielen. Ein Habicht huscht in seinen Schlafbaum. In der Ferne vorbeirauschende Lastzüge. Gläsergeklirr von der Terrasse des Hotels dort unten in der Albtraummulde.

Der Habicht fliegt in Baumwipfelhöhe mit ausgebreiteten Schwingen durch das Wäldchen, lautlos, schwarz, wie sein eigener Schatten. (Dannemarie, Elsass, 11.7.)

Die in der Feigenbaumkrone flötenden und schimpfenden Stare rauschen auf und davon, sobald du die Terrasse betrittst. Geh zurück hinein, und zwei Minuten später sind sie wieder da, schimpfen und flöten. Wie schwer es ist, sie zu unterscheiden! Sie haben glänzend schwarzes Gefieder, unterbrochen am Körper von silbern schimmernden Punkten und Streifen. Der lange Hals, an dem der pfeilspitzenartig schmale Kopf Ausschau hält – nach reifen Früchten und dir. (Volx, 14.7.)

Le Largue. In seinem ausgetrockneten Flussbett wachsen lauter Mohnblumen.

Die Zikaden hören aufeinander. Sie beenden alle scheinbar gleichzeitig (wie ein Pulk Läufer das Rennen) ihr schrillendes Brummen.

„Vollkommen unsichtbar! An leichteren Gegenständen permanent haftend!“

Geflügelte Feiglinge: Moskitos. Oder ist winziger Mut ihr Antrieb?

Der Ausgang ist ungewiss – jeder. Und der Eingang – ungewiss.

39 Grad im Schatten, und täglich eine Beerdigung oder zwei. 39 Schatten, und täglich die Glocken.

Selbst die Wespen haben Reißaus genommen.

Der Dorffahrlehrer klopft und bringt ein Brot vorbei – „zur Begrüßung“, „aus freien Stücken“, obwohl wir gar nicht zugezogen sind. (2.8.)

Für Lucile

Halt du die fürchterlich schwarzen
Flecken zwischen den Knospen
der Fensterorchidee nicht für
Nacht, oder für das Dunkel
in deinen Gedanken. Hör
die weißen Tasten. Und
denk an das Kind, das
da im Zimmerhalblicht
des Dezembervormittags
Klavier spielt. Es spielt weiter,
auch wenn du die Vorhänge schließt.

Shiwagos Wölfe

Die Wölfe, die Shiwago auf dem verfallenden Gut Warykino auflauern, stehen nicht für die äußeren Gefahren, die der Arzt für Lara, ihr Kind und sich selbst mutmaßt – die Säuberungen durch die Bolschewiken, die Armut, der Neid, die Anarchie. Die Wölfe leben in der Schlucht nahe des Gutes, der „Schitka“. Sie sind Shiwagos innere Wölfe, die ihn wenig später zerreißen und ihn sein Leben verlorengeben lassen. Boris Pasternaks große Güte besteht auch darin, seine Figuren zu beschützen vor den Abgründen der Hauptfigur. (4.6.20)

Minutenlang steht der alte Mann vor dem Schaufenster und betrachtet gedankenversunken die Auslage des Münzgeschäfts. Sekündlich wird er jünger. (Berlin–Prenzlauerberg, 10.6.)

In die Bäume weht die Antwort, und sie heißt nicht Erfolg.

Drei Kleinanzeigen:
„Angler gibt auf.“
„Suche Hamsterkäfig, auch mit Hamster.“
Von den Zwillingen im Copyshop: „Wir verstehen was von Kopien.“

Höre ich Jazz, verbannt tief in die Nacht, und setzen dann die unvermeidbaren Saxofonisten ein, dann denke ich: Die Armen! Gebt ihnen eine Landschaft, gebt ihnen Zeit zum Atmen!

„Professor“ – ohne einen einzigen Tag lang studiert zu haben? Die Furcht vor der Konfrontation mit aktuellen, vor allem politischen Fragestellungen überwiegt die Freude über Möglichkeiten zu lebendiger Überlieferung. Und die Freunde tun so, als hätten sie es schon immer gewusst.

Die Lücke, deren fehlende Füllung man hört: die frühen Fleetwood Mac, denen die Stimmen von Stevie Nicks und Christine McVie fehlen. Solche Lücken müsste man im Voraus erkennen können – und bereit und imstande sein, sie zu füllen.

Vergiss dich. Hilfe kommt nur von anderen.

Am Rand des Supermarktparkplatzes schläft ein Mann im Blaumann an einen Baum gelehnt – in der schönen Abendsonne. „Stör ihn nicht! Er soll den Müßiggang genießen“, sage ich mir (flüsternd), während Leute (Verbraucher) ihn schon entdecken, wachrütteln, vertreiben. – Schlaftrunken, verloren steht er am Straßenrand – und sein Baum noch immer in der Sonne. (Steilshoop, 22.6.)

Heaven 17 – Penthouse and pavement

Seit Tagen beobachte ich das Rotkehlchen – es hat sehr lange, stöckchendürre Beine –, wie es in einem merkwürdigen Behältnis badet, das ein Kind im Innenhof vergessen haben muss. Es badet – das Rotkehlchen –, als wäre es das Kind, oder als wüsste es von dem Kind. Dann flattert es – erfreut, erfrischt, wie es scheint – davon, in den Strauch hinter dem Spielzeug oder auf die alte Wäschestange, und immer blickt es mich beim Baden an. Ob es mich für das Kind hält? (3.7.20)

„Habe den Flur tapeziert – grauenhaft. Es ist alles runtergekommen, ein einziger Dreck!“ – „Ich kann dir sagen! Eine Scheiße, wo du hinfasst!“ – „Pass auf der Treppe auf, du brichst dir was!“ – „Hab ich, hab ich zehn Mal, großer Gott!“ – Gesänge im Barmbeker Innenhof, hundert, dreihundert Jahre alt, gestern.

Crosby, Stills & Nash – Crosby, Stills & Nash

Ein aufrichtiges Hinweisschild: „Straßenbaumarkierung“ (Lokstedt, 6.7.)

Und doch nicht nur

Beim Lesen eines Kapiteltitels in Volker Sielaffs neuem Gedichtband stocke ich: „Ich bin in hohem Bogen ein Diesseitiger“. Der Tiger im letzten Wort schlägt mich augenblicklich in den Bann. Ich bin in hohem Bogen ein Dies-sei-Tiger!

Schreib ein Gedicht: Shiwago im Schneesturm.

Bombay Bicycle Club – Flaws

Leise flattern die Absperrungsbänder im Wind.

Plötzlich, wie Tagesgespenster, tauchen zwei ganz und gar weiße, völlig identisch wirkende Katzen im Innenhofgarten auf.

Schreib ein Gedicht: Passegiata.

Bill Callahan – I wish we were an eagle
Bill Callahan – Apocalypse

Schreib ein Gedicht: Aus Briefen an Freunde.

Bombay Bicycle Club – I had the blues, but I shook them loose

Das ganze Alphabet des Lebens liegt zwischen ihnen: Achmatova, Zwetajewa.

Schreib ein Gedicht: Verschwörungstheorie.

Der prächtige (einzige) Eichbaum am Erdbeerfeld – ein einziges (prachtvolles) Rauschen. Und doch nicht nur: Er verrät, wo es Sommer ist. Er verrät (damit du es begreifst), wo immer Sommer war und immer sein wird. (Nahe, 31.5.)

„Ich habe den allerersten Blitz gesehen!“, ruft das Kind, und es hat recht.

Es gibt immer wieder Bewegungen im Flug der Schwalben – Stopps, Richtungswechsel, Abbremsungen –, die unnötig sind, rätseln lassen, irritieren. Schwalben sind Widerständler, sie sind fliegende Rebellen gegen die Schwalben-, die Vogelfunktionalität. Sie drücken ihre Freude im Flug aus. (4.6.2020)