Das Gras

Die Immortellen

Die Nebelbänke in den Talsenken und Mulden westlich von Strasbourg – durch die ich hindurchrausche mit 307 Stundenkilometern.

Nach Nietzsche muss „eine große, feste Glocke von Unwissenheit um dich stehn“. Es sei nicht genug, einzusehen, in welcher Unwissenheit Mensch und Thier (!) leben würden – „du mußt auch noch den Willen zur Unwissenheit haben und hinzulernen.“ Es läutet. Und ich glaube ihm nicht, diesem Bildergeklingel von der Kanzel herab. (Mein Fuchs aber weiß nichts, er lächelt.)

In den Gärten, die zur Yvette hinunterführen, hängt im Sprühregen die Wäsche. (Gif, 1.10.)

Der Leichenwagen kommt und schiebt – langsam, ungeheuer, wie in meinem Gedicht … – das Heck vor das Kirchenportal. Dort stehen im weißen, bis zu den Knöcheln reichenden Alben zwei Ministranten und weinen. Aus einem Kleinbus steigen die sechs Sargträger (und spätestens jetzt hätte ich vor einiger Zeit noch begonnen, ein Gedicht zu konzipieren). Sie schultern den hellbraunen Kasten mit dem Leichnam darin: Das Gewicht lässt einen Lidschlag lang den Toten sichtbar werden, wie er oder sie noch am Leben war. Dann erlischt die barmherzige Vorstellung. Der Ruck auf die Schultern ist das Menschliche, das keines Prinzips bedarf. Im Kasten schlägt der Gestorbene mit der Stirne kurz gegen das Holz. Sobald der Sarg auf den Schultern ruht und ihr Weg die Träger an den weinenden Messdienern vorbei in die Küche führt, legen sie jeder die freie Hand, den Handteller nach außen gewendet, auf den Rücken. Seltsam bleibendes Bild von dem Toten im Sarg, der das alles miterlebt.

Unterhalb der Friedhofsmauer, auf Kopfhöhe mit den im Erdreich (selig, unruhig) Schlafenden, trabt ein Pulk Sportler durch den Abend und weiter, hinaus aus dem Ort, wo über den die Hügel hinaufstrebenden Wiesen voller Ginster, Taxus und Immortellen schon die Nacht wartet. Die Toten wachen auf von dem hellen Lachen und Johlen der Lebendigen. Die Blumen auf den dunklen Gräbern drehen die Köpfe an ihrer Statt, ich habe es nicht mit eigenen, aber fremden Augen gesehen.

Unter dem tschilpenden Baum in der abendlichen Stille die Dorfjugend am Tisch im Freien. Ils se racontent. Die Immortellen rasseln. Ils se racontent. (Volx, 3.10.)

Frei zu sein, das heißt auch frei zu sein von Dünkeln, Hassen, Angst oder Kummer haben.

Milchziege

Titel einer ERZÄHLUNG: „Blick in eine bessere Zeit“.

„Erinnerst du dich noch an das Gebiet, wo man immer diese Geister hatte?“ – „Ja, war das beste Gebiet überhaupt.“ — „Sie haben es abgeschafft. Gibt es nicht mehr, das Gebiet.“ – „Nein.“ — „Doch.“ — „Nein. Mein Lieblingsgebiet.“ (Bamberg, Unterer Kaulberg, 13.9.)

Heute Nachmittag, wird gemeldet, werde die seit Jahren durchs All reisende Forschungsraumsonde Cassini kontrolliert in den Saturn stürzen. Auf ihrer Reise habe Cassini u. a. einen unterirdischen Ozean auf einem der Saturnmonde entdeckt. (15.9.) (So ist der Tod.)

„Brauchen Sie die Telefonnummer der Sonne?“, fragt die Frau am anderen Ende der Leitung.

„Wenn du es dir aussuchen könntest“, sagt das Kind, „würdest du dich lieber teleportieren oder lieber fliegen können?“ Darüber, sage ich, müsse ich erst mal kurz nachdenken, eine wichtige Entscheidung! „Ich“, sagt das Kind, „wäre der Wind.“

Chevrolet – Chèvre au lait – Milchziege.

Einen fraßen die Schnecken. Das brauchte seine Zeit.

Gespräche wie Baumgruppen

Vier Reinmachedamen am Nebentisch führen das tiefsinnigste Gespräch seit meiner Ankunft gestern. (Berlin, Charlottenburg, 1.9.)

Autoaufkleber (quer über die Heckscheibe): EISERN UNION

Die ENDYMION-DATEIEN!

Immer öfter die Abende, an denen dich nur die Musik rettet – wovor? Dem Klanglosen, dem Abgesang. Vor Jahren hätten die Gedichte das für dich getan, dir Trost gespendet. Aber Gedichten ist nicht mehr zu trauen, den falschen eh nicht, und den echten, die so selten geworden sind, kaum mehr … sind ja so schwer zu erreichen, die Biester. Hier, diese Notate, dieses Notizengestrüpp, zig verhinderte Gedichte. Genichte. (Bamberg, 4.9.)

Flexibler Kopf,
mit Zungenreiniger.

Es gibt Gespräche wie Baumgruppen und Unterhaltungen, die ähneln Vogelflügen. Aber das meiste Reden ist Zaun. (7.9., Mainauen)

Der Muskelprotz wankt seinem Söhnchen hinterdrein wie dessen Doppelgänger – Riesenbaby. (Stellingen, 9.9.)

Sommerwolken

Sommerwolken (Foto: Juliette Aubert)

Wie das Tageslicht, das Feuer, seinem Ego Kraft verleihe und es verfeinere, schreibt John Cheever: „With my eyes closed in sleep I seem to be a very different man. The moral quality of light.“

Das geliebte Ungeheuer abgeschlossen, ein Tatzelwurm: Henry James’ Brieferzählung „The Point of View“ in meiner Übersetzung, „Wie man es sieht“.

Mireille Darc ist gestorben. Wie furchtbar die Welt ohne sie. „Darc“ wählte sie als Künstlerinnenname, nach Jeanne d’Arc. Sie starb nach langer Herzkrankheit … wer hat das nicht verhindert? Schande über den Tod, einmal mehr. (28. August 2017)

„… wenn du an der Laurenzihaltestelle nunderwärts stehst …“ – wundervolles Fränkisch.

Die beiden Bauarbeiter, die das Barockgebäude gegenüber ausschälen, werfen alles im Haus nun Unnötige hinunter in den Rosengarten. Vormittag mit mächtigen Staubwolken, kolossalem Lärm. Latten, Bretter, Steine, Toilettenbeckenbrocken in den Beeten. Wolken quillen oder quellen aus den Zimmern durch die Fenster in die Gärten hinaus. Wabern durch die Höfe. Die Vögel ducken sich weg. Die Rosen versinken unter dem Staub. Die Bamberger wundern sich, aber keiner bleibt stehen.

Sommerwolken 2 (Foto: Juliette Aubert)

Tous les mercredis

Am See in der ersten Mittagshitze nach den Tagen des Mistral beobachte ich einen kindergroßen Windwirbel, der, über den Sand rotierend, an einem Spielplatzzaun entlang, hinunter zum Wasser wandert, wo er sich auflöst. Die Blätter und der Staub in seinem unsichtbaren Schlauch sinken zu Boden und bleiben reglos liegen. (Les Vannades, 12.8.)

Das Quietschen der Schaukeln ist der Gesang der Vögel in den Uferbäumen.

Jeden Mittwoch. Immer mittwochs. Alle die Mittwoche. Ach, ihr Mittwoche alle. Die ganze Zeit Mittwoch. Immer Mittwoch, unablässig Merkurtag. Tous les mercredis.

Hornissenkämpfe auf der Terrasse unter dem Feigenbaum.

„In Digne“, sagt dein Herz, „gibt es immer Gewitter.“

Und das Kind sagt: „Hab ich abgescreenshottet.“

Das mittägliche Schwirren in der Krone des Feigenbaums stammt von einem (immer demselben?) Schwarm Vögel, der sich darin niederlässt und sogleich zu diskutieren beginnt. Wem gehört hier was? Den Menschen, diesen mickrigen Stoffmollusken? Oder uns? Ja, uns! Her damit. Her mit unseren Feigen! Holen wir sie uns! Aber halt, langsam. Wir haben Zeit. Hier oben langen die nicht herauf, selbst mit ihren langstieligen Mistwerkzeugen nicht. Molluskenärsche. Volltrottel aus Asche und Kot. Flügellos, ganz flügellos! So schwirren sie, und zetern, und lachen. Ab und an prasselt es drei, vier Feigen, platsch, auf den Beton von uns Molluskenärschen. Dann rauscht es auf, dann rauschen sie davon. Stare? Drosseln? Ich kenne ihre Namen nicht.

Der kurze Jubel, der furchtbare Trubel, der Geld bringt und Einsamkeit, geht von neuem los. Longlist-Nominierung. Der Deutsche Buchpreis. Der Buchpreis der Deutschen Bank AG. Freunde schweigen sich aus und ziehen sich zurück, als hättest du sie beleidigt. Triumphale Niedergeschlagenheit. (Volx, 15.8., am 21. Geburtstag deines Sohns)

Mistral

Auf dem Friedhof wässern die Kinder die Steine, die aber nicht zum Leben erwachen. Sie wollen nicht wachsen. (8.8. Pour Annie.)

Baden im See bei Gewitter, mit Wasserschlangen? Ja.

An der Pont de la reine Jeanne, einer alten, von Stahlklammern gestützten Brücke über den Vanson: Steine, Koniferen, Wasserläufer. Wanderer klappen Wandererklapptische auf, bestens vorbereitet mit Gurkensalat, Baguette und Kompass. Die Sterne werden noch über den Trümmern funkeln, und im Vanson der Schlamm wartet wie der Schlamm vor Jahrmillionen.

Mistral. Der kühle Wind vertreibt die abgestandene Hitze. Plötzlich Herbst. Rasseln der Platanen. Ein Wind aus Licht, sobald die Wolken vertrieben sind. Die Leute lächeln. Die Leute leben mit dem Mistral. Unsichtbare Uhr auf der Haut. (Manosque, 10.8.)

Ausgelöscht wie überall ist auch die Landschaft der Provence und des Luberon entlang der Küstenstraßen oder bedeutenderen Landwege, bis sie münden in die sogenannten Gewerbegebiete, die in Wirklichkeit Zerstörungsgebiete sind, wo die heillose Vernichtung jeder Form von Lebendigkeit gerechtfertigt wird mit dem billigsten Grossistenangebot aus Ramsch, Nutzlosem und chinesischer Plastikmassenware. Fahr drei Minuten lang landeinwärts, und das Land öffnet sich, da sind Felder, Wälder, da fliegen Vögel und gehen Leute umher, ohne müde zu sein von ihrer sie zermürbenden Verzweiflung.

Ein Absatz, in dem sich beinahe so etwas wie die Essenz des profunden Lebenschronisten John Cheever verbirgt: „Who, after all, is that man who puts a dime in the lock of the public toilet and in its privacy drinks from a flask of vodka? It is I. When? Last month, last year, six years ago. I seem to have changed more than the airport.“ In der Schwabinger Uni-Buchhandung für englischsprachige Bücher entdeckte ich kürzlich ein Kompendium, das unter Cheevers Namen den Titel „Drinking“ führt. Darin wird Cheever reduziert auf den großen Erzähler, der ein Säufer vor dem Herrn gewesen sei. Das aber ist genau das, wogegen er sich ein Säuferleben lang wehrte – bis er schließlich mit weit über sechzig zu den Anonymen Alkoholikern ging und der Trunksucht den Hahn abdrehte. Schreiben und Trinken sind für Cheever verwandt, ja Ausdruck von ein und demselben. Schreiben ist das Offene, das keiner Kategorisierung bedarf. Bloß Literatur ist Schublade, Literatur und Literaturkritik kommen ohne Kategorien nicht aus. Aber was hätte Schreiben mit Literatur zu tun? Es existiert keine Zeile Cheevers, in der er theoretisiert. Das Trinken ist ihm lebensnotwendig als Rätsel. Und die Furiosität seiner Poesie zeigt sich in einem Satz wie „Ich scheine mich mehr verändert zu haben als der Flughafen.“

Ankommen

Im Wartezimmer der Hautärztin die Übersetzung von James Weldon Johnsons „The Creation“ abgeschlossen. „Und so weit das Auge Gottes reichte, / Bedeckte alles Dunkelheit, / Schwärzer als hundert Mitternächte / Tief in einem Zypressensumpf.“ – „Der Nächste bitte.“ (31.7.)

Jeanne Moreau ist gestorben. Meine Welt verschwindet täglich mehr.

„Wahr sind nur die Gedanken, die sich selbst nicht verstehen“, sagt Adorno richtig, deshalb sind ja alle Gedanken wahr. Und falsch. Denn Wahrheit gibt es gerade deshalb nicht, nicht unter den Menschen.

Die Kinder gönnen einander nicht den Schimmer auf dem Schuh.

Ankommen im Süden: ankommen im Licht. (Volx, Luberon, 6.8.)

Wer bist du in einem Haus, das du seit elf Jahren aus Erzählungen kennst, von dem dir erzählt wurde, als würde das Haus selber erzählen? Du bist hier, unglaublich. Du bist hier ein Unglaublicher. Ein Anderer.

Das verrostete Gerüst ohne Schaukel, ein Mahnmal.

Wie die Schatten auch die Ausgezehrtheit der Dinge, der Gegenstände wiedergeben.

Behutsam den großen Terrassenfeigenbaum zurückgeschnitten, der den Ausblick auf die Dorfkirche versperrt. Sein weiches Holz, seine duftenden Früchte. Eidechsen und Wespen leben in der Krone. In seinem Schatten ist der Tisch gedeckt. Er wurzelt unter dem Haus. Der Großvater deiner Liebsten hat den Baum gepflanzt, in dem er den Eimer mit dem rasch in die Höhe strebenden Setzling immer tiefer pflanzte, bis der Boden im Erdgeschoss in Reichweite rückte. Ankommen in der Erde.

Avenidas

avenidas
avenidas y flores

flores
flores y mujeres

avenidas
avenidas y mujeres

avenidas y flores y mujeres y
un admirador

Eugen Gomringer

boulevards
boulevards u. blumen

blumen
blumen u. frauen

boulevards
boulevards u. frauen

boulevards u. blumen u. frauen u.
ein bewunderer

1953 / 2017

Aus den nördlichen Regengebieten

Dürer auf Durchreise
stieg in Bamberg immer
in seinem Lieblingskrug
Zum Wilden Mann ab, dann
eilte er sofort, rannte
mit wehenden Locken,
in denen der Wind
knisterte, hinaus an
die Regnitz, seinen Herz-
fluss, um am Ufer zu zeichnen.
Zeichnen die Pferde, die
über die Felder zogen
zwischen Nürnbergs
Waldungen, am Himmel
die Schwärme der Stare,
der Schwalben, der Krähen
und der Tauben. Zeichnen
im grünen Wasser den Fisch,
der dastand, still, zwischen
den lang behaarten Steinen
am Grund der Schilfbänke.
Die Köche zeichnen, jungen
Mägde, die Alten wie Geister
in den Augärten Kleinvenedigs.
Kleine schwarze Rose, gestochen
mit Tinte auf den Handteller, sein
Bamberger Blümla. Zeichnen Julie
und zeichnen Juliens Busch.
Den Hasen. Den Hohlweg.
Tout s’était passé
d’une manière révoltante,
sagte auf der Unteren Brücke
ein Franzose, und Dürer war heftiger
Widerspruch peinlich. Die Zeichen
im Zeichenbuch wuchsen. Wolken-
vielfältig Bambergs Abende.
Am nächsten Mittag der kalte
Regen von Franken, die Weinberge,
Würzburg, wozu immer weiter, weiter,
weiter in die nördlichen Regengebiete.
Das Licht war ein Puls, langsam,
beständig langsamer, beinahe
glaubte man, es hört auf.

Driftin’

I’ve been driftin’
like a dream out on the sea
I’ve been driftin’
between you and me
(…)
I’ve been driftin’
like a dream out on the sea
I’ve been driftin’
in between what used to be
(Tim Buckley)

Lorca gladiator.

Ich gebe es zu: Meine Outdoor-Performance ist suboptimal.

Aus „Lorca“:
You’re just a man on death’s highways
It’s life you owe you’re here to praise it
If love flows your way then be a river
And when it dries just stand there and shiver
(Tim Buckley)

Jede Zauberkünstlervorführung in der Bamberger Fußgängerzone ist besser besucht als alle Gedichtlesungen, die ich in 30 Jahren erlebt habe.

„Alright!“, dachte die Schnecke und begann, den Mammutbaum hinaufzukriechen.

Im Fluss zu schwimmen – wie herrlich, oder besser: wie köstlich. Die Strömung trägt dich regnitzabwärts, das Wasser schmeckt nach grünem Leben, du spürst die Nähe der Tiere, der Fische, der Schwimmer neben dir. (Bamberg, 19.7.)

Auf einem vorbeifahrenden Lastwagen steht: „Höllensprudel“.

Konnte Descartes schwimmen? Nein, das Wasser hat ihn nur nicht untergehen lassen.

Eisgrube

1
Wallenstein in Bamberg träumte von Schweden,
und hier ging Wollschläger und hatte im Kopf
den Fluss, den Fluss. Vom Hexenbrenner,
dem Fuchs von Dornheim, was blieb
von den gierigen Hasspredigern
gegen Küsse, Brüste, Lust und
den Rausch, zum Glück zu leben?
Totengeflatter. Mauern. Wer weiß, wo
der Ausgang ist. Womöglich am Eingang.
Der Erlöser mit den schönen Augenbrauen
wartet im Regen, du im Café Graupner.

2
Wider die Tausendzüngigkeit
der Freien! Den Kot ihrer alles,
jeden hinnehmenden Gelassenheit!
Gegen die Liebe, gegen die Leichtigkeit,
und eingemauert die Zuneigung! Widerstrebt
gleichgesinnt randständigen Elementen. Gegen
das Offene, die sich lebendig schimpfende
Verharmlosung der Moral des einzigen
Gottes! Gegen ihre Liebesssucht,
steht auf gegen die Widerrede-
sucht. Sie lügen! Verratet!

3
Obere Pfarrkirche, Mauer
Unserer Lieben Frau. Die Tauben
kommen zurück. Sie landen und finden
aufgeplustert Platz auf den nackten Armen
des Herrn. Und sie warten. Worauf,
dass alles endlich fliegen lernt,
abhebt und die Weite sucht?
Worauf warten, hm, Messias?
Kinder fliegen vorbei. Sie segeln
in die Gasse, die Eisgrube, stehen rum,
blödeln in der Sonne. Sie lachen und sind jung.

Du kannst nicht mehr tun

Mit einem Mädchen auf den Schultern geht ein junger Mann vorüber (eher großer Bruder als Vater) und sagt zu (erzählt) dem Kind: „Nur so, weißt du, berührt einem das die Seele.“

Regenbild, Verfließen der grauen Konturen, des Begreifbaren. Die Wirklichkeit löst sich überalldort selbst auf, wo sie nicht mehr wirklich genug ist. (29.6.)

Du kannst nicht mehr tun (tu nicht mehr!) als jeden Tag an deine Grenzen zu gehen (und hinüber zu blicken).

Wenig gaukelt dir so gekonnt ein gutes Leben vor wie des Nachts das Radio – darin ist es den Bäumen verwandt, ihrem Rasseln und Rauschen, dem Wind, dem Wind, dem himmlisch blinden Kind. (3.7.)

„Großartig“ ist kein Kriterium, nicht mal ein Maßstab. Großartig kann etwas Menschliches gar nicht sein. Großartig sind das Meer, der Himmel, das Gras, die Tiefe der Augen der Tiere. Das einzige Großartige an uns allen ist die Dummheit.

„One does not ask, skating on a pond, how the dark sky carries its burden of starlight.“ John Cheever

Die einzigen beiden Punkte, an denen dich etwas wie eine Ahnung von Lebendigkeit anspricht im grässlich verbauten und von Boutiquenleere ausgehöhlten Davos, sind das Kirchner-Museum und das Kirchner-Stübli. Dort sitzt du unter ein paar auf sonderbaren Wegen an diese Wände gelangten Zeichnungen und Skizzen des Malers, trinkst dein Bier und lauscht den Wirtsleuten, die vergeblich auf Gäste warten. (Davos, 5.7.)

Ohne anzuhalten durch Lenzburg gebrettert, entlang der grünen Aare. Dort wirst du Anfang kommenden Jahres für drei Monate leben?

Ein singender Mann geht unter dem Fenster vorbei durch das Dunkel.

Die Vergitterungsmöglichkeit!

Nein, du kannst deinen Augen trauen: Auf dem Etikett steht GÜNER VELTLINER.

Der Gartenschuppen

Der kurdische Dichter, Armenier, Jeside, war bis zu seiner Flucht ins norddeutsche Exil Wirtschaftsprüfer. Er schreibt sinnliche Liebesgedichte in der Liedertradition seiner Vorfahren. Sobald er auf das Massaker von Sindschar zu sprechen kommt, fängt er an zu schluchzen und weint.

Die Kurdin neben mir am Esstisch verströmt einen Moschusduft, der mich aus dem Zimmer treibt, ins Dunkel der Sommernacht.

Lavinia Greenlaw erzählt, dass ihr Vater einen Gartenschuppen mit darin eingebautem Fotolabor besaß. Als kleines Mädchen habe sie ihn an zahllosen Nachmittagen beim Entwickeln zugesehen. Nichts, sagt die britische Dichterin – die eine Stunde lang in den Gesprächen keinen anderen Dichter, keine Lektüren erwähnt – habe ihr Schreiben stärker geprägt als die unzähligen Stunden in dem Fotoschuppen. Chemie. Dunkel. Licht. Entwicklung und Erinnerung.

Weil alles im Berlin der Hipster besonders sein will, ist es nichts dort. Das Einzigartige als Manier.

Der Robotiker hat den großen Wurm der Bildenden Künstlerin im Nachbaratelier zerstört.

Auch an der Fußgängerampel an der Berliner Friedrichstraße ein dreibeiniger Hund – früher so gut wie nie gesehen. Ob die armen Biester einfach eingeschläfert wurden? Ist das Überleben dreibeiniger Hunde ein Zeichen für Luxus? Nein. Es ist ein Hinweis, vielleicht ein Symbol.

Blumen und Fledermäuse

„Ich beneide nicht die, die vor mir lebten, noch die nach mir leben werden, sondern die, die mit mir leben dürfen“ – so mein Mitstipendiat Thomas Kapielski während seiner Lesung, und im Saal (der schon vor 213 Jahren säkularisierten und in der Zwischenzeit als Lazarett, Büro, Reifen- und Elektrogerätelager genutzten Kapelle) brandet Gelächter hoch. (6.6.)

„Die Blumen sind aufgewacht!“, ruft das Kind und stürmt ins Freie, wo eine Frau ein Mädchen ankeift: „Rosalie! Ich bin die Mutter. Lass mich in Frieden.“ (Nimm einer sie bei den Füßen, ich hebe sie hoch bei den Achseln, los, wir werfen sie in die Alster.)

Fronleichnam in Bamberg. Alles zu. Nur die Glockenläden haben geöffnet.

Jeder Zombie stöhnt: „Fron Leichnam …!“

Vor dir an der Supermarktkasse steht ein Hüne ganz in Schwarz, mit Ketten am Ohr, in der Nase und an allen Taschen seiner schwarzen Kluft. Auf seinem Rücken der Spruch verrät seine Herkunft: „Fledermäuse zogen mich groß.“ (Steilshoop, im Juni)

Über hunderte Kilometer hinweg Mohn, Mohnfelder entlang der Regnitz, im ganzen Saaletal, bis weit ins Brandenburgische immer wieder rote Flecken, rote Feldränder, Mohn. (Jena, 16.6.)

Tot ist nur, wer es immer war. Helmut Kohl ist gestorben. „Der Kanzler der Einheit“ war stets auch der Kanzler der Gemeinheit, der Arroganz und der Lähmung. Aus Kohls Saumagenschatten heraus krümmte sich der Schröder, der verglichen mit „Birne“ wie Fallobst wirkte. Wer erinnert sich an die endlosen Jahre des plattgewalzten Stillstands, des Vakuums vor der „Wende“? Die Eigenliebe in Zeiten der Kohl-Ära. Die fetten Jahre waren nicht vorbei, nein die fetten Jahre waren Regierungschef. Und die Armut begann und wurde Normalität.

Gäbe es die Liebste nicht, du müsstest schreiben: Das Innigste heute, das Haupterlebnis – was dich weiterleben lässt und glücklich einschlafen an diesem Tag –, war, als aus dem Baum das Kind fiel, wie eine sehr große Birne, kindergroß. Und auf der Stelle – das mach ihm nach, so lange du kannst – sprang es auf und rief: „Nichts passiert!“ (Lokstedt, 21.6.)

Schwarzer Hund

Verloren an der Oberfläche: die Figuren aus Terrence Malicks Film „Song to Song“ über das Popmusik-Business von Los Angeles. Verloren an der Oberfläche ist auch der Film selbst, eine zusammengestückelte Enttäuschung. Nur in wenigen Sequenzen über die Kindheit, über die Ödnis der Südstaatenvororte und die weder kaputt zu redende noch kaputt zu filmende Schönheit der Landschaft kann der manirierte Streifen überzeugen. Bah, wie schade.

Die krebskranke Frau, neben der du im Heurigengarten sitzt, spricht von sich in der Vergangenheitsform, in der du von Toten sprichst. „Ich war einmal Restaurantkritikerin“, sagt sie. „Ich lebte in Hietzing.“ Ja, einmal glaubst du dich zu verhören, als die Frau mit den schönen hellgrünen Augen von sich sagt: „Früher, als ich Geburtstag hatte …“ (Wien-Nußdorf, 27.5.)

Die Dachdecker decken das Nachbardach neu, sie bilden eine Stafette, je drei blassrote Dachziegel übereinandergelegt wirft Einer mit kurzem, sanftem Ruck dem Nächsthöheren zu, passgenau, fehlerlos, in großer Höhe, unter der Mittagssonne am blauen Himmel. Sie sind junge und sie sind ältere Dachdecker. Sie reden kaum, worüber auch könnte man reden? Es gibt nichts. Es gibt bloß die immergleiche Geste und Bewegungsabfolge, und sie ist voller Anmut, Schönheit, Zweckdienlichkeit und Moral. Wer das nicht begreift, dem rufen die Dachdecker von oben hinterher: „Schleich di!“

Empörend, aufwühlend, einmal mehr, Nietzsche, sein sich dick tuendes Diktum: „Wir alle sind längst kein Material mehr für eine Gesellschaft.“ Als wäre das nur Einer je gewesen oder hätte es sein sollen: Material. Nicht mal Dummdreistigkeiten – und stammen die auch von Nietzsche – sind bloßes Denkmaterial, d.h. einzusetzendes, zu verarbeitendes, seiner Funktion obliegendes Stückwerk. Wie könnten Menschen das sein? Wir suchen nach Gesellschaft, finden sie selten, suchen dennoch. Jede Gesellschaft ist Widerstand.

„Bundesunterwerfungsspiele“, sagt das Kind. Es weigert sich, am Sportfest der Schule teilzunehmen. Das widerspenstige Kind. Das geliebte Kind.

Den dritten Tag in Folge zehn Stunden lang ohne nennenswerte Pause Henry James übersetzt.

Schwarzer Hund in der Regnitz – wundervolle Pracht, seine Freude mitanzusehen, sein unbändiges Ankämpfen gegen das Wasser, den Spiegel, das sich ihm Widersetzende. Ich beobachte den Hund, bis er erschöpft aus dem Wasser kommt, sich ausgiebig schüttelt und dann verschlankt auf die Hälfte die Böschung hinaufschleppt. Eine Zeitlang trottet er noch am Ufer entlang, äugt, überlegt, aber hat genug.

Habe die Ehre

Da wurde mit einem Mal die Luft dünn für Donald I., König von Trumponesien.

An diesem Abend und in dieser Nacht regnet es so unaufhaltsam und so viel, dass die Baumkronen, unter denen noch am Tag zuvor die Leute standen und Zeitung lasen, tags darauf die Sonnenbrille abnahmen, wenn sie einander begrüßten. „Haben Sie den Regen gehört, den Donner, haben Sie die Blitze gesehen?“ – „Stundenlang!“ – „Woher das ganze Wasser nur kommt!“ – „Es ist ein Meer! Ein fliegendes.“ (Barmbek, 19.5.)

Der warme Frühsommerabend in Bamberg: Die Fenster der Kapelle am Fuß der Straße sind offen, und im leichten Wind flackern die Kerzen.

Pfingstrosen. Angstrosen.

„Verbiete mir am besten gleich zu leben“, sagt eine Passantin in ihr Telefon, und ein Mann ein paar Schritte weiter: „Bis Juni sollen wir Schuld haben, richtig?“

„Habe die Ehre“ – die alte bayrische Abschiedsformel im Gasthof meiner Großeltern. Ich höre sie in Bamberg zum ersten Mal seit Jahrzehnten.

Im Parterre von Hegels Wohnhaus befindet sich ein Lager für Regale, Stiegen, Latten und Bretter, ein Raum für die Phänomenologie des Gerüsts. (25.5.)

Kindheit: Kinder gehen am Samstagvormittag im Pyjama Brötchen holen. Sie haben noch das milde Torkeln der Schläfrigen. Die Glocken läuten.

Der Physiotherapeut spielt Akkordeon.

Cafarde

Der us-amerikanische Fake-Präsident Tronald Dump hat mit FBI-Chef Cames Jomey den Mann entlassen, der die Verstrickungen des Milliardärs und Tycoons in Wahlmanipulationen durch Putinistan untersuchte. Die Vereinigten Staaten von Trumponesien scheinen selbst diesen Frontalangriff auf die Demokratie hinzunehmen, als ginge es um den Verkauf einer unrentablen Supermarktkette: LINCOLNMART. Der Supreme Court sollte stattdessen beraten, ob hier nicht eine Clique die Verfassung aushöhlt, und darauf ein unmissverständliches Zeichen für die Wehrhaftigkeit der pluralistischen Rechtsgesellschaft setzen.

Der Mann, der mir den lahmen Flügel zu neuem Leben zu erwecken versucht, sagt: „Es gibt Tage, da wacht man morgens auf und ist kein Mensch.“ Ein Satz wie von John Cheever. Der sagt von sich, am Morgen nach einer durchsoffenen Nacht werde er verfolgt von „the cafarde“ – ein Begriff, der in diesem Kontext auf den ersten Blick keinen Sinn ergibt. Das englische „cafard“ bezeichnet eine hartnäckige Deprimiertheit, zugleich aber ist es der gängige Ausdruck für die Kakerlake. Cheever schreibt: „The cafarde always followed. It was never waiting for him at his destination.“ Dass hier nicht allein eine kafkaeske Küchenschabe gemeint ist, in die der Trinker sich verwandelt sieht, macht Cheever deutlich, wenn er schreibt: „Reading old journals, I find that the booze fight and the cafarde have been going on for longer than I knew.“ Warum schreibt er beharrlich cafard falsch und setzt das Wort kursiv? Das französische „cafarde“ meint eine Petze, nicht aber die Schabe (die Suffschabe) oder den „Kater“. Cafard – etymologisch verwandt mit dem Käfer? Im Internet wird aus „cafarde“ stillschweigend ein (vermeintlich) verständlicheres „cafard“. Cheever scheint dagegen nach einem passenden Bild für einen nicht zu beschreibenden Zustand zu suchen – „das schwarze Viech“: „The cafarde, and how mysterious it is in its resistance to good fortune, love of all kinds, esteem, work, blue sky. I try to console myself with thinking of all the great men who have suffered similarly; but reason has no effect on the bête noire. It could quite simply be alcohol, since alcohol is the sure cure.“

So eine Gerbera im Glas, die dort den ganzen Tag lang auf dem Tisch steht, weil ein Draht sie stützt, der sie umwickelt und in die Höhe läuft, wo er in ihrem Kopf steckt, so eine Gerbera war ich länger als zwei Drittel meines Lebens.

Das französische „vrai“ und das deutsche „frei“ – sind sie verwandt? Ja. Spätestens seit jetzt, wie wahr, ich bin so frei.

Unter dem einzigen Baum auf der ganzen großen Wiese, sattgrün voller hohem Gras, lagert die Clique im Schatten und schert sich was um die Leute, die in sicherer Entfernung (hinter den Zäunen) um sie herumgehen. Man döst, schläft. Nur selten hebt einer den Kopf und sieht nach, wie weit der Tag vorangeschritten ist. Und kaum ist die Sonne hinter den Rotbuchen verschwunden, stehen sie alle auf und trotten hinüber zum sattesten Kleegras. (Tambach, 17.5.)

Kindheit. Und Kindheit

Jeder, der ihn besser kennt, weiß: Er kann mit Händen Fliegen fangen. Er öffnet ein Fenster, und wie die eigene Faust wirft er die gefangene und zugleich gerettete Fliege hinaus, ins Freie. Für ihn ist dieses Talent keine Fähigkeit, keine Frage von Schnelligkeit. Er sagt, er versetze sich in die Lage der Fliege. Sie staunt. Sie ist vergesslich. Er zögert einen Moment lang den Zugriff, den Fang hinaus … damit rechnet die Fliege nicht. Womit rechnet sie? Immer frei zu sein. Immer zu leben? Die Fliege rechnet mit gar nichts. Sie lebt. Sie fliegt. Sie fliegt hinaus.

Du kannst ein Buch vom ersten Satz an lieben und von ihm wissen, dass es ein dein Leben veränderndes sein wird. Woran liegt das? Am sogenannten Inhalt oder, noch schlimmer, am „Plot“ – oh Gott – ? Pffff … Es liegt einzig am Zweifel. Der Zweifel spricht aus allen Dingen und Wörtern bei Wolfram von Eschenbachs Auftakt zum „Parzival“, noch in der Prosaübertragung durch Wolfgang Spiewok: „Ist Unentschiedenheit dem Herzen nah, so muß der Seele daraus Bitterkeit erwachsen. Verbindet sich – wie in den zwei Farben der Elster – unverzagter Mannesmut mit seinem Gegenteil, so ist alles rühmlich und schmachvoll zugleich. Wer schwankt, kann immer noch froh sein; denn Himmel und Hölle haben an ihm Anteil. Wer allerdings den inneren Halt völlig verliert, der ist ganz schwarzfarben und endet schließlich in der Finsternis der Hölle. Wer dagegen innere Festigkeit bewahrt, der hält sich an die lichte Farbe des Himmels.“

Kindheit: Warmer Frühlingswind bringt warmen Frühlingsregen, trägt ihn vor sich her, bis der Regen zunimmt und den Wind löscht. Dazu duften in den Auen die Blüten der weißen Uferpflanzen.

Und Kindheit: Du spürtest den Regen weniger auf der Haut, als dass du ihn sehen konntest – nicht wie er vom Himmel fiel, sondern als silbernes Punktesystem auf dem Wasser. Der Fluss brachte den Regen.

Die Norm

Stärker als aller Mut, alle Liebe und jede Solidarität scheint die Angst vorm Versagen der Norm zu sein, vorm Abbröckeln und Zerbröckeln der Normalität. – Der junge Mann in der U-Bahn zur Touristenmeile am Hafen, dessen aufscheinende Abgerissenheit ihn entlarvt (als nicht zu UNS gehörig), welche Gefahr stellt er dar? Die größte. Er gibt vor, zu telefonieren, obwohl sein Handy (uralt) offensichtlich defekt ist. Was hat er vor? Das Schlimmste. Er steht am Rand zum Absurden. Er kündet von der Vergeblichkeit aller Absicherung – technologischer, gesundheitlicher, moralischer, zwischenmenschlicher. Vielleicht ist er Jesus Christus. Er hat so einen meschuggen Blick. Nicht ganz bei Trost. Gefährlich. Wir werden alles verlieren, und nichts auf der Welt und niemand im Himmel kann das verhindern. Die einzige Chance (das ertragen zu lernen) besteht darin, die Norm zu durchschauen – Kunst – und Widerstand zu leisten gegen ihre Tyrannen und willigen Helfer, gegen ihren zerstörerischen Zwang zu Verblödung und Vereinsamung: Miteinander. (Landungsbrücken, 1. Mai)

Das Duschwasser duftet. Am Frühstückstisch lässt die philippinische Bedienung eine silberne Kugel an einem Stab auf dein Ei niedersausen, woraufhin die Schale in genau der Weise aufplatzt, die ein Eikochbuch vorschreibt. Krack. „Grüezi“, sagt das Gesicht lächelnd. (Zürich, 3.5.)

Such das Gespräch in der fremden Stadt mit denen, die hier leben: Die meisten von ihnen sind Gespenster. Such das Gespräch in der fremden Stadt mit dem, was hier lebt – dem Fluss, den Parks, den Gärten und Wegen. Der Geschichte. Bayern. Deiner Kindheit. Sie erkennen dich wieder. Nichts in Bayern, niemand vergisst etwas. Wenig weiß man von außerhalb, aber kaum etwas vergisst man hier. Lass nicht nach, das Gespräch zu suchen mit den fränkischen Gespenstern dieser Stadt. (5.5.)

Im Antiquariat eine halbe Seite des PARZIVAL gelesen – den ganzen Tag gerettet. Wodurch, womit? Die Antwort darauf halte geheim.